OBJEKT DES MONATS

Hier stellen wir Ihnen monatlich ein Kunstwerk vor, auf das wir Sie aus ganz besonderen Gründen aufmerksam machen möchten. Unser Objekt des Monats September ist Wallpaper with Blue Floor Interior von Roy Lichtenstein.

Roy Lichtenstein - Wallpaper with Blue Floor Interior
Roy Lichtenstein

Wallpaper with Blue Floor Interior

Siebdruck auf Papier (5-teilig)
1992
259 x 386 cm
signiert, datiert und nummeriert '95/300' unten rechts in Teil 4 Auflage 300 Exemplare + 50 AP

Für seine „Interior Series“ schuf Lichtenstein besonders große Drucke, unter denen „Wall Paper with Blue Floor Interior“ der größte ist, der fast die Dimensionen eines tatsächlichen Raumes hat. Die fünf Paneele wurden auf besonders großen Druckmaschinen in neun Farben gedruckt. Die Serie zeigt unspektakuläre, moderne Innenräume. 1989 hatte der Künstler am Stadtrand von Rom eine Reklametafel gesehen, auf der ein Möbelhaus mit einer Raumansicht warb. Eine Idee entstand und der Künstler riß aus einem Telefonbuch von Rom die Werbeseiten mit Abbildungen von Wohnzimmern, Küchen und Schlafzimmern heraus. In New York schuf er die „Interiors“ für die er sich von italienischer und amerikanischer Werbung inspirieren ließ. Im Gegensatz zu den anderen Druckgraphiken, die auf die entsprechenden Gemälde folgten, schuf Lichtenstein hier zuerst die Druckgraphiken und erst danach Gemälde zu diesem Thema. Im vorliegenden Werk sehen wir die typischen Stilmittel des Künstlers: breite schwarze Umrißlinien, Rasterpunkte für differenzierte Flächen, gewundene Linien für Holzmaserung, parallele Diagonalen, geschwämmeltes Laub und gebrochene diagonale Linien für Reflektion.

Roy Lichtenstein gehört mit Andy Warhol, James Rosenquist, Claes Oldenburg, Tom Wesselmann und Jim Dine zu den führenden Vertretern der Pop Art. Ende der 1950er Jahre begann er, Figuren aus Comics, wie Mickey Mouse, Donald Duck und Bugs Bunny in seinen Arbeiten zu verwenden. 1961 entstand mit Look Mickey die erste Arbeit in der comicartigen Rastertechnik und mit Sprechblasen. Für die Herstellung verband Lichtenstein Aspekte der mechanischen Reproduktion mit von Hand ausgeführter Zeichnung. Wenngleich der Künstler damals für ihre angebliche Banalität kritisiert wurde, gelten Arbeiten wie diese längst als Ikonen der Pop Art. Die Strategie der künstlerischen Verfremdung vorgefundenen Materials machte die Trivialisierung des Lebens als Folgeerscheinung der Massengesellschaft zum Thema und zwang eine immer stereotyper werdende Gesellschaft, über ihr selbst in Umlauf gebrachtes klischeehaftes Bild nachzudenken.

Preis auf Anfrage

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