Pressemitteilungen

GALERIE THOMAS PRESSE
 

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Günter Haese - Bewegter Raum

25. Januar - 30. März 2019

Der Gott der kleinen Dinge
Galerie Thomas zeigt Günter Haese, den Meister filigraner Metallobjekte

Es ist ein kleines Wunder, dass Günter Haeses Objekte der Schwerkraft widerstehen können. „Der Kieler Künstler hat in seinem Werk die Fragilität bis an die Grenzen der Stabilität ausgelotet“, sagt Galerieinhaber Raimund Thomas, „dabei ging es ihm aber nicht allein um die Bewegung seiner Raumgraphiken, wie er seine Objekte nannte, sondern um die Auflösung einer Ordnung, die dann von selbst wieder zu sich zurück findet.“ Ohne dass das Objekt kippt. Die Galerie Thomas zeigt 25 Werke des vor zwei Jahren verstorbenen Künstlers und vertritt ab nun auch seinen Nachlass.

Am Puls seiner Zeit
Auch wenn Günter Haeses Werk in seiner Einzigartigkeit keine künstlerischen Begleiter, geschweige denn Nachahmer gefunden hat, so bewegt er sich kunsthistorisch gesehen am Puls seiner Zeit. „Seine in menschlichem Maß gehaltenen grazilen Objekte, deren fragiles Gleichgewicht auf noch zierlicheren Füßen steht“, so Thomas, „leben von dem Kontrast zwischen Geometrie und Material auf der einen Seite sowie Labilität und Anmutung von Organischem auf der anderen.“

Initialzündung war ein geschenkter Wecker
Günter Haese, der am 18. Februar 1924 geboren wurde, studiert nach dem Krieg als Meisterschüler von Ewald Mataré unter anderem mit Joseph Beuys an der Kunstakademie Düsseldorf. Der gelernte Dekorationsmaler beginnt seine künstlerischen Arbeiten mit Tierplastiken und gelangt erst nach mehreren Jahren über Monotypien zu seinem einmaligen Werk. Auslöser ist ein geschenkter Wecker, den Haese in seine Bestandteile zerlegt. Er beginnt die kleinen Stahlgeflechte, Sicheln, Federn und Kügelchen mit einem Kupferlötkolben mühselig aneinander zu kleben und übereinander zu türmen. Dabei ist Günter Haese nie ein eilig Schaffender, sondern ein introvertierter, sich behutsam seinen Werken annähernder Meister.

Der Erfolg kommt über Nacht: Seine erste Einzelausstellung hat Günter Haese im Ulmer Museum, die zweite ist dann schon im MoMA in New York. Denn der damalige Kurator hat Haeses Werke in Ulm gesehen und sich umgehend bei ihm gemeldet. Haeses Werke wurden in allen bedeutenden Museen weltweit ausgestellt und sind heute in namhaften Sammlungen zu finden.


#günterhaeseatgaleriethomas

Wir laden die Medienvertreter herzlich ein
zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 24. Januar 2019, um 19 Uhr.

Art Basel Miami Beach 2018

6. - 9. Dezember 2018

Formschön verwirrend mit kräuselndem Farbauftrag
Galerie Thomas präsentiert Max Ernsts „Les Peupliers“ neben anderen Meisterwerken

Das Gemälde „Les Peupliers“ entstand in Max Ernsts Liebesnest in Südfrankreich. Es war der letzte friedliche Sommer vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, der letzte und einzige Sommer in trauter und verrückter Zweisamkeit mit seiner Geliebten Leonora Carrington. Die Galerie Thomas freut sich, diese surrealistische Arbeit aus einer für Max Ernst so wichtigen Schaffens- und Lebensphase auf der Art Basel Miami Beach präsentieren zu können.

 Die letzten Wochen vor der Flucht in die USA

Max Ernst, der große deutsche Künstler und bedeutende Vertreter des Surrealismus, flieht aus Paris vor seiner streitsüchtigen zweiten Ehefrau und vor den Auseinandersetzungen mit dem politisch dem Stalinismus sich annähernden André Breton mit Leonora Carrington in das kleine Dorf Saint-Martin d’Ardèche. Sie kaufen sich dort ein Bauernhaus, verwandeln es mit Skulpturen und Malereien in ein Gesamtkunstwerk und bringen die Dorfbewohner mit FKK-Eskapaden gegen sich auf. In Saint-Martin schafft Max Ernst „Les Peupliers“, ein Werk, das sich in eine Gruppe von Gemälden einreiht, die mittels der Decalcomanie entstandene stelenartige Gebilde zeigen.

Nur wenige Wochen später in diesem dramatischen Sommer des Jahres 1939 wurde Max Ernst in dem berüchtigten Lager Les Milles interniert. Zweimal konnte er aus der Haft entkommen, schließlich floh er mit der Hilfe von niemand Geringerem als Peggy Guggenheim in die USA. Es kam nur noch zu einem kurzen Zusammentreffen mit Leonora in Lissabon, die Pläne zur gemeinsamen Flucht zerschlugen sich.  Der Name von Max Ernsts dritter Ehefrau wird Peggy Guggenheim lauten.

 Nur ein Eindruck von zwei Pappeln

Beim Betrachten des Werks „Les Peupliers“ (Die Pappeln) wird die eigene Wahrnehmung von zwei Bäumen in einer kargen Landschaft durch die skurrilen, seltsamen und verwirrenden Formen, in denen sich die Farbe windet, kräuselt und zu Zeichen und Symbolen formt, schnell verunsichert und aufgelöst. Nirgendwo gelingt es dem Auge, sich an einer bekannten Form festzuhalten: Profile und Gesichter und wolkenartige Gebilde scheinen auf und verschwinden wieder. „Max Ernst ist bekannt für seine Frottagen und Grattagen“, sagt Silke Thomas, „diesen eleganten Effekt der Oberfläche erzielt der Künstler jedoch durch die Technik der Decalcomanie, einem Abklatschverfahren, bei dem die aufgetragene Farbe so manipuliert wird, dass auf kontingente Weise Schlieren, Bläschen und Windungen auf der Oberfläche entstehen, die für Ernsts Gemälde dieser Zeit charakteristisch sind.“ Insofern sind sie paradigmatisch für den Surrealismus, da sie den Betrachter verführen, Figuren und Formen zu erkennen, die niemals willentlich dargestellt sind.

 Kunstwerke von Calder, Nolde und Schlemmer

Die Galerie Thomas freut sich, auf der Art Basel Miami Beach weitere Meisterwerke zu präsentieren: „Herbstmeer XII“ von Emil Nolde (1912), Mobile von Alexander Calder, "Zwei Köpfe und zwei Akte, Silberfries IV" (1931) von Oskar Schlemmer und anderen.

Gerhard Marcks - Plastiken und Arbeiten auf Papier

21. Juni - 1. September 2018

Dem Humanismus verpflichtet
Galerie Thomas zeigt Gerhard Marcks und vertritt ab sofort seinen Nachlass

Gerhard Marcks nimmt mit seinem Werk eine unverwechselbare Position in der Skulptur des 20. Jahrhunderts in Deutschland ein. In ihrer aktuellen Ausstellung zeigt die Galerie Thomas Plastiken und Papierarbeiten dieses großen Humanisten. Die Galerie wird auch ab sofort seinen Nachlass direkt vertreten.

Tief beeindruckt von der Kunst Auguste Rodins fand Gerhard Marcks zu einer originären stilistischen Ausdrucksweise. „Seine Interpretation der menschlichen Figur“, sagt Raimund Thomas, „die er über Jahrzehnte seines Schaffens immer wieder erneuerte, zeichnet sich vor allem durch eine das Wesentliche der Bewegung fassende Sensibilität aus.“ Sein gesamtes Werk sei von einem tiefen Humanismus geprägt. Marcks arbeitete nahezu autodidaktisch: Durch seine Tätigkeit am Bauhaus setzte er sich intensiv mit den künstlerischen Strömungen der Avantgarde auseinander, und wenngleich sein Oeuvre zeitweise kubistische Elemente reflektiert, steht sein nach Ausdruck strebendes Werk am ehesten dem Expressionismus nahe. Fünf seiner Werke diffamierten die Nationalsozialisten in der Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“ und belegten den Künstler anschließend mit Ausstellungsverbot.

„Wir haben Gerhard Marcks’ beeindruckende Werke seit vielen Jahren in unserem Programm“, so Silke Thomas, „deshalb freuen wir uns auch besonders, gemeinsam mit zwei weiteren Kollegen ab nun die Nachlassvertretung zu übernehmen.“

Paul Klee. Musik und Theater in Leben und Werk

23. Februar 2018 - 12. Mai 2018

Eröffnung am Donnerstag, 22. Februar 2018, 19 Uhr  

Pressekonferenz: Dienstag, 20. Februar 2018, 11 Uhr

 

Klee-Frühling in München:

Drei Ausstellungen in und um München widmen sich in diesem Frühjahr mit unterschiedlichen Schwerpunkten dem Werk von Paul Klee. Die Pinakothek der Moderne in München, das Franz Marc Museum in Kochel und die Galerie Thomas präsentieren zusammen mehr als 210 Werke von Paul Klee.

Pinakothek der Moderne, München
Paul Klee – Konstruktion des Geheimnisses, 1. März bis 10. Juni 2018

Franz Marc Museum, Kochel am See
Paul Klee – Landschaften, 25. Februar bis 10. Juni 2018

Galerie Thomas, München
Paul Klee – Musik und Theater in Leben und Werk, 23. Februar bis 12. Mai 2018

 

Die Ausstellung 'Paul Klee – Musik und Theater in Leben und Werk' in der Galerie Thomas folgt Paul Klees musikalischen Spuren und seinem großen Interesse an der Oper und dem Theater. Paul Klee (1879-1940) war nicht nur bildender Künstler, sondern auch Musiker. In seiner Jugend hatte er sich nur schwer zwischen den beiden Professionen entscheiden können, und obwohl er der Malerei schließlich den Vorzug gab, blieb er der Musik zeitlebens eng verbunden: als passionierter Geiger und als ebenso begeisterter wie kritischer Besucher von Konzerten und Opernaufführungen, vor allem auch in München.

Musik und bildende Kunst gingen aber nicht nur in Klees Leben, sondern auch in seinem Werk eine enge Verbindung ein. Rhythmen und Melodien spiegeln sich in Landschaften, Architekturen und abstrakten Kompositionen, Pathos und Witz des Bühnenspiels liegen vielen seiner Figurenszenen zu Grunde.

Mit rund 40 Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen von 1914 bis 1939 veranschaulicht die Galerie Thomas, wie Klee das Thema Musik durch alle Werkphasen hindurch beschäftigte. Darunter sind bekannte Werke, aber auch solche, die bisher nur selten oder gar nicht in Ausstellungen zu sehen waren. Die Ausstellung setzt dabei vor allem zwei Schwerpunkte: Auf der einen Seite sind dies Bühnenfiguren und Masken, also Werke, die aus seiner Leidenschaft für Oper, Theater und Puppenspiel entstanden, auf der anderen Seite zeichenhaft-abstrakte Aquarelle und Gemälde, deren Bildgestaltung das Vorbild musikalischer Strukturen spiegelt.

Der Höhepunkt der Ausstellung ist das Bild Die Sängerin L. als Fiordiligi, 1923, ein Werk, das Klee nicht nur genau vorbereitet, sondern auch mehrfach wiederholt hat. Nicht weniger als fünfmal hat er die Figur gestaltet, so häufig wie kein anderes Motiv in seinem Werk. Zwei Fassungen sind in der Ausstellung zu sehen: Das Hauptstück von 1923 und die davon abgeleitete handkolorierte Lithographie, die Klee nur an ausgewählte Sammler verschenkte. Eine weitere Fassung ist im Besitz der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München und wird zeitgleich in der Ausstellung der Pinakothek der Moderne zu sehen sein.

Neben privaten Leihgebern wurde die Ausstellung dankenswerter Weise auch von öffentlichen Museen mit Leihgaben unterstützt: Bechtler Museum of Modern Art, Charlotte (North Carolina, USA); Kunsthalle Karlsruhe; Franz Marc Museum, Kochel am See; Ulmer Museum, Ulm und andere.

Die Kuratorin der Ausstellung „Paul Klee – Musik und Theater in Leben und Werk“ ist Dr. Christine Hopfengart, ehemalige Leiterin der Paul-Klee-Stiftung, Bern.

 

DOKUMENTATION

Die ausgestellten Werke werden von einer umfangreichen Dokumentation zu Klees „musikalisch-theatralischer Biographie“ begleitet. Seine Auftritte als Geiger kommen hier ebenso zur Sprache, wie seine Tätigkeit als Musik und Theaterkritiker oder der Einfluss der Musik auf seinen Unterricht am Bauhaus. Besondere Aufmerksamkeit gilt darüber hinaus seinen Verbindungen zur Münchner Musik- und Theaterszene. Hier empfing er nicht nur prägende Eindrücke in den Aufführungen des Münchner Hoftheaters und bei seinen zahlreichen Konzertbesuchen, hier machte er vor allem auch die entscheidenden Schritte hin zu seiner „musikalischen Bildsprache“.

Parallel zur thematischen Ausstellung bietet die Galerie eine gesonderte Auswahl von Werken Paul Klees zum Verkauf an.

 

BEGLEITPROGRAMM

Die Galerie Thomas veranstaltet begleitend zur Ausstellung 'Paul Klee – Musik und Theater in Leben und Werk' fünf Themenabende, die Klees Verbindung zu Musik und Theater vertiefen. Die Klee-Abende in der Galerie Thomas umfassen Konzerte, in denen Werke von Bach und Mozart zur Aufführung kommen, sowie die Arie der 'Fiordiligi' aus 'Così fan tutte', weil Klee diese Werke besonders liebte; andererseits Werke zeitgenössischer Komponisten nach Bildmotiven Paul Klees, eine Aufführung mit Repliken von Klees Handpuppen sowie eine Lesung aus seinen Schriften, Briefen und Tagebüchern.

Paul Klee gehörte nicht nur zu den bildenden Künstlern des 20. Jahrhunderts, die sich am intensivsten mit Musik auseinandergesetzt haben, er war auch derjenige, der mit seinem malerischen Werk das umfangreichste Echo bei Musikern und Komponisten gefunden hat. Klee selber nahm Anregungen aus der Musik auf und gab sie auch wieder zurück. Mehr als 450 Kompositionen sind seit den 1940er-Jahren bis heute entstanden, die sich auf Klee und einzelne seiner Bilder beziehen. Die Inspiration durch Klee reicht bis in die Jetzt-Zeit hinein. Eine Vielzahl prominenter Kompositionen wird an den musikalischen Begleitabenden in unterschiedlichen Besetzungen interpretiert, darunter ein kompletter Zyklus des französischen Komponisten Francis Poulenc, bestehend aus sieben Liedern.

Zum Begleitprogramm

 

 

KATALOG

Ausstellungsbegleitend erscheint im Wienand Verlag das von Christine Hopfengart herausgegebene, gleichnamige Katalogbuch. Mit mehreren Beiträgen von kunsthistorischer und auch musikwissenschaftlicher Seite gibt der reich bebilderte Katalog Einblick in Klees „Doppel-Leben“ als Maler und Musiker – seine besondere Existenz als „Maler-Geiger“ – und das künstlerische Spannungsfeld, in dem er sich bewegte. Das Katalogbuch zeigt neben zahlreichen Photographien aus dem privaten Leben Klees sowie der Theater- und Musikszene der Zeit sämtliche ausgestellten Werke in farbigen, ganzseitigen Abbildungen.

Zum Katalog

 

Gabriele Münter

10. November 2017 - 10. Februar 2018

Als Mitglied der Künstlergruppe ‚Der Blaue Reiter‘ war Gabriele Münter nicht nur eine herausragende Malerin des Expressionismus, sondern sie gehörte auch zu den bedeutendsten weiblichen Künstlerpersönlichkeiten der Moderne in Deutschland. Im Jahr von Gabriele Münters 140. Geburtstag widmet die Galerie Thomas ihr eine umfassende Ausstellung. 

Zu sehen sind Beispiele ihres Schaffens aus allen Werkperioden, angefangen mit den kleinformatigen Landschaften, die zwischen 1903 und 1906/07 in Oberbayern, in Frankreich und auf Münters Tunisreise, stets in Begleitung von Wassily Kandinsky, noch in ganz impressionistischer Malweise entstanden sind. 

Vor allem aber zeigen wir Gemälde aus der hohen Zeit des Expressionismus und des Blauen Reiter, als Münter vielfach mit den anderen Vertretern des Blauen Reiter in München und im „Russenhaus“ in Murnau arbeitete, bis hin zu einem Beispiel für ihre Versuche in der abstrakten Malerei, das unter dem Einfluß von Kandinsky im Kriegsjahr 1915 in Zürich entstanden ist. 

Gabriele Münter, seit den 1920er Jahren wieder in Murnau - mit Unterbrechungen in Berlin und Paris -, hat bis zu ihrem Tod im Jahr 1962 ein umfangreiches Werk geschaffen, das sich stilistisch weiterentwickelt, ohne die starke Bindung an den Expressionismus zu verlieren. 

In ihren Landschaften und Stilleben, die aus drei Jahrzehnten des späteren Werkes in der Ausstellung vertreten sind, ist die Reflexion der Zeit des Blauen Reiter stets unverkennbar. Ihre ganz eigene malerische Bildsprache, die das Expressive und Farbige auf charakteristische Weise mit gefühlvoller Nuancierung und einer klassisch beeinflußten kompositorischen Ruhe verbindet, läßt sich in dieser Präsentation über das Oeuvre der Malerin wunderbar nachvollziehen. 

Die Ausstellung mit Werken von Gabriele Münter in der Galerie Thomas findet parallel zur großen Gesamtschau ‚Gabriele Münter. Malen ohne Umschweife‘ in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus statt, so daß sich die Gelegenheit ergibt, in München das Werk der Künstlerin wirklich umfangreich und in allen Facetten neu zu entdecken. 

9x Emil Nolde

ab 28. August 2017

Emil Nolde und das Aquarell - nur wenige Maler der klassischen Moderne haben diese künstlerische Technik so virtuos gehandhabt und über Jahrzehnte geprägt wie dieser herausragende Vertreter des deutschen Expressionismus.

Noldes glühende Farben und seine Sicherheit in der Beherrschung des Aquarells, dessen zerfließende Farben und Verläufe das Gegenständliche der Darstellung und das Abstrakte der Flächen zu einem Seherlebnis miteinander verbinden, zeigen nicht nur seine meisterliche Technik, sondern auch, in welch hohem Grad Emil Nolde eine eigene Position innerhalb des Expressionismus und darüber hinaus einnimmt.

In einer konzentrierten Auswahl präsentiert die Galerie Thomas in ihrer Ausstellungsreihe "9 x" ausgesuchte Aquarelle Noldes, die zwischen 1910 und 1940 entstanden sind. Darunter sind Beispiele der wichtigsten Themen des Künstlers, Porträts und Figurenbilder ebenso wie Blumenstillleben und Landschaften. Alle Blätter sind besonders schöne Beispiele für Noldes Aquarellmalerei, und manche haben zudem einen persönlichen Bezug zu Noldes Biographie, wie etwa das Porträt Johanna Schieflers oder die Landschaftsdarstellung von Seebüll, seiner Wahlheimat und Inspirationsquelle des späten Werkes.

AUGUST MACKE - Aus der Nähe

10. Februar - 13. Mai 2017

Die Galerie Thomas präsentiert in ihrer aktuellen Ausstellung August Macke "aus der Nähe" mit Zeichnungen, Aquarellen und Bildern aus dem Familienbesitz. Rund 50 Werke erlauben einen Einblick in das Schaffen des Künstlers vom Beginn seiner Stilfindung bis kurz vor den Ersten Weltkrieg, der auch diesem bedeutenden deutschen Expressionisten zum Verhängnis wurde.

Sehr deutlich läßt sich Mackes Weg zum "Blauen Reiter" nachverfolgen, bis hin zu seiner typischen Bildsprache, die, immer auf die Figur orientiert, das erste Augenmerk auf die Farbe legt und zugleich den starken Einfluß der französischen Fauves, insbesondere von Henri Matisse, spüren läßt. Es finden sich Blätter und Ölbilder, die autobiographisch motiviert sind und von Mackes Aufenthalten in seiner Heimatstadt Bonn oder am Tegernsee berichten. Ebenso häufig sind Bildnisse aus der Familie oder dem freundschaftlichen Umkreis, etwa seiner Frau Elisabeth oder seines Sohnes Walter. Impressionen des Alltags nehmen in Anlage und Komposition die Tunisreise vorweg, und auch Mackes Interesse an der Textilkunst wird in seinen phantasievollen farbigen Entwürfen faßbar.

August Macke war vielleicht der bodenständigste Expressionist, insbesondere im Umfeld des Blauen Reiters, dessen Nähe zu esoterischen Strömungen sich auf noch spirituellere Weise als bei den Künstlern der Brücke spürbar machte und bei August Macke dennoch nur eine sehr untergeordnete Rolle spielte. Im Unterschied etwa zu Kandinsky oder Jawlensky war Macke deutlich weniger vergeistigt und stattdessen den Urkräften und der Schönheit der Natur zugewandt – vielleicht eine geistige Verbindung zu Matisse.

Dennoch hat sich auch August Macke mit den Fragen der malerischen Abstraktion beschäftigt, und zwar zu einem sehr frühen Zeitpunkt, wie einige Arbeiten in der Ausstellung deutlich machen. Aber seine Naturnähe, seine Nähe zu den Menschen – darin viel näher an Franz Marc oder Gabriele Münter als den anderen Mitgliedern des Blauen Reiters und in seiner Humanität ganz offenkundig ein Rheinischer Expressionist – hat August Macke zeitlebens in seiner Kunst nach dem Schönen und Tiefen des Lebens suchen lassen. Und dies ganz im Sinne seines Diktums, das auch auf seiner letzten Ruhestätte steht:

"Bei mir ist Arbeiten ein Durchfreuen der Natur."

Ernst Barlach

3. Juni 2016 - 23. Juli 2016

Der künstlerische Werdegang des 1870 geborenen Dramatikers, Malers und Bildhauers Ernst Barlach war geprägt vom Ringen um die reine Form, die in ihrer Äußerlichkeit die Innerlichkeit des Menschen zum Ausdruck bringt. Die Aufhebung dieser scheinbaren Widersprüchlichkeit beschäftigte den Künstler viele Jahre und führte ihn über den Jugendstil und die Unverbindlichkeit des Ornamentalen erst mit 36 Jahren zu seiner spezifischen, erdgebundenen Auffassung von Skulptur und Plastik.

Einer "Schule" schloß sich Ernst Barlach nie an und auch seine Studienaufenthalte in Paris führten ihn nicht zum Ziel. Der Expressionismus mit seiner konzentrierten Sicht auf den Menschen entsprach ihm am ehesten, doch dieses Empfinden konnte er zunächst nicht künstlerisch umsetzen. Erst eine Rußlandreise im Jahr 1906, die er gemeinsam mit seinem Bruder unternahm, wurde zu seinem Schlüsselerlebnis. Ähnlich wie die Künstler der Brücke, die die "primitive" Kunst für sich entdeckten, erfuhr Barlach in Rußland die unverstellte Wahrhaftigkeit des dortigen einfachen Lebens als Inspiration für seine künstlerische Arbeit und in der plastischen Umsetzung von Seelenzuständen fand er zu seiner genuinen Ausdruckskraft.

Die mannigfaltigen, auf dieser Reise entstandenen Skizzen führten im heimischen Atelier zu einer Reihe plastischer Figuren: Die vom Leben benachteiligten, einfachen und Gott zugewandten Menschen wie Bettler, Bauern, Seher, Alte, Mütter und Mönche wurden Barlachs bevorzugte Themen. In ihnen erkannte er eine Innerlichkeit, die er als darstellungswürdig empfand, bar jedes leeren Pathos.

Barlach hüllte seine Figuren in schwere Stoffe, obwohl er die Anatomie des nackten menschlichen Körpers auswendig kannte. Dies hat dem Künstler oft den Vergleich mit gotischen Gewandfiguren eingebracht, auch in Abgrenzung einer antiken, südländisch verstandenen Nacktheit. Doch während in der Gotik das skulpturale Gewand bisweilen ein Eigenleben führt und Körperlichkeit negiert, macht Barlach eben jene ausschließlich durch das Gewand sichtbar. Bewegtheit und Masse sind bei Barlach keine Widersprüche. Die äußere, geschlossene Form wird auf Wesentliches reduziert und in ihrer verinnerlichten Weltabgewandtheit transportieren seine Figuren Seelenzustände aller Dimensionen des Empfindens, die der vielseitige Künstler in verschiedenen Materialien virtuos zum Ausdruck bringen konnte und dafür Holz, Stein, Klinkermasse und Bronze gleichermaßen bearbeitete.

Von den Nationalsozialisten verfemt, verteidigte er seine Kunst vehement gegen deren Gewaltherrschaft und mußte zu Lebzeiten die Demontage seines Werkes hinnehmen. Seine Rehabilitierung konnte der 1938 gestorbene Ernst Barlach nicht mehr erleben.

Doch die Rezeption des stark in Norddeutschland verorteten Künstlers ist zunehmend europäisch geworden und die Auseinandersetzung mit verschiedenen Aspekten seines Werks platziert Ernst Barlach unter den bedeutendsten Bildhauern des deutschen Expressionismus und weist ihm seinen Platz unter den herausragendsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts zu.

Jubiläumsausstellung

50 Jahre. Leben mit der Kunst
12. September - 15. November 2014

Zum 50-jährigen Jubiläum präsentiert die Galerie Thomas eine umfangreiche Ausstellung, die sich über beide Häuser in München erstreckt und parallel im Rahmen der OPEN ART am 12. September eröffnet wird.

In den letzten 50 Jahren hat die Galerie Thomas erfolgreich Kunst des 20. Jahrhunderts ausgestellt - beginnend mit Deutschem Expressionismus und Klassischer Moderne, über Positionen nach 1945 und zeitgenössischer Kunst. Die Jubiläumsausstellung bietet in dokumentarischer Form einen Querschnitt durch die Fülle des halben Jahrhunderts Galerieleben und belegt eindrucksvoll, was in 50 Jahren des Bestehens der Galerie Thomas und in den fünf Jahren seit der Eröffnung der Galerie Thomas Modern realisiert und ausgestellt wurde.

Die Ausstellung wird thematisch in verschiedene Rubriken unterteilt, in denen unterschiedliche Schwerpunkte der Galeriearbeit beleuchtet werden. Die einzelnen Themen werden durch Dokumentationsmaterial, teils historisch, aus 50 Jahren Leben mit der Kunst illustriert.

Das Thema 'Highlights - Immer wieder aufs Neue' wird u.a. durch die dokumentarische Darstellung der sensationellen Verkaufsausstellung der 'Sammlung Rheingarten' aus dem Besitz von Hans Grothe beleuchtet.

In dem Thema 'Gute Nase' werden Ausstellungen von Künstlern zusammengefasst, die erst in der Folgezeit zu ihrem internationalen Rang kamen: Josef Albers, Joseph Beuys, Yves Klein, Piero Manzoni, Gotthard Graubner, Gerhard Richter, Eduardo Chillida und Tom Wesselmann. Frühzeitig stellt Raimund Thomas auch zeitgenössische russische Kunst in Zusammenarbeit mit Henri Nannen aus, sowie junge chinesische Kunst.

Die Galerie Thomas feiert 2014 Jubiläum!

14. März 2014

Dieses Jahr haben wir einen doppelten Grund zu feiern! Die Galerie Thomas wird 50 Jahre alt! Und die jüngere Schwester, die Galerie Thomas Modern, feiert dieses Jahr bereits 5. Geburtstag!

1964 fasste Raimund Thomas den Entschluss, im Herzen Münchens, in der Maximilianstrasse 25, seine erste Galerie zu eröffnen. Bald avancierte die Galerie Thomas zu einer erstklassigen Adresse für Moderne Kunst und gehört heute zu den international führenden Vermittlern von Werken des Deutschen Expressionismus und der Klassischen Moderne.

2009 gründete Raimund Thomas gemeinsam mit seiner Tochter Silke Thomas die Galerie Thomas Modern in der Türkenstrasse 16. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Pinakothek der Moderne wird auf der großzügigen Ausstellungsfläche seither moderne und etablierte zeitgenössische Kunst präsentiert, u.a. Pop Art, US Nachkriegskunst und Abstract American Art, sowie individuelle Positionen der jüngeren Szene.

Das nehmen wir zum Anlass, 2014 eine umfangreiche Übersichtsschau zur OPEN ART im Herbst 2014 Übersichtsschau zur OPEN ART zu realisieren. Lassen Sie sich überraschen! Wir informieren Sie rechtzeitig und versorgen Sie mit ausführlichen Presseunterlagen zu unseren Jubiläums-Aktivitäten.

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