Pressemitteilungen

GALERIE THOMAS ABTEILUNG PRESSE

CAROLINE NEIDER
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Art Basel Miami Beach 2018

6. - 9. Dezember 2018

Formschön verwirrend mit kräuselndem Farbauftrag
Galerie Thomas präsentiert Max Ernsts „Les Peupliers“ neben anderen Meisterwerken

Das Gemälde „Les Peupliers“ entstand in Max Ernsts Liebesnest in Südfrankreich. Es war der letzte friedliche Sommer vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, der letzte und einzige Sommer in trauter und verrückter Zweisamkeit mit seiner Geliebten Leonora Carrington. Die Galerie Thomas freut sich, diese surrealistische Arbeit aus einer für Max Ernst so wichtigen Schaffens- und Lebensphase auf der Art Basel Miami Beach präsentieren zu können.

 Die letzten Wochen vor der Flucht in die USA

Max Ernst, der große deutsche Künstler und bedeutende Vertreter des Surrealismus, flieht aus Paris vor seiner streitsüchtigen zweiten Ehefrau und vor den Auseinandersetzungen mit dem politisch dem Stalinismus sich annähernden André Breton mit Leonora Carrington in das kleine Dorf Saint-Martin d’Ardèche. Sie kaufen sich dort ein Bauernhaus, verwandeln es mit Skulpturen und Malereien in ein Gesamtkunstwerk und bringen die Dorfbewohner mit FKK-Eskapaden gegen sich auf. In Saint-Martin schafft Max Ernst „Les Peupliers“, ein Werk, das sich in eine Gruppe von Gemälden einreiht, die mittels der Decalcomanie entstandene stelenartige Gebilde zeigen.

Nur wenige Wochen später in diesem dramatischen Sommer des Jahres 1939 wurde Max Ernst in dem berüchtigten Lager Les Milles interniert. Zweimal konnte er aus der Haft entkommen, schließlich floh er mit der Hilfe von niemand Geringerem als Peggy Guggenheim in die USA. Es kam nur noch zu einem kurzen Zusammentreffen mit Leonora in Lissabon, die Pläne zur gemeinsamen Flucht zerschlugen sich.  Der Name von Max Ernsts dritter Ehefrau wird Peggy Guggenheim lauten.

 Nur ein Eindruck von zwei Pappeln

Beim Betrachten des Werks „Les Peupliers“ (Die Pappeln) wird die eigene Wahrnehmung von zwei Bäumen in einer kargen Landschaft durch die skurrilen, seltsamen und verwirrenden Formen, in denen sich die Farbe windet, kräuselt und zu Zeichen und Symbolen formt, schnell verunsichert und aufgelöst. Nirgendwo gelingt es dem Auge, sich an einer bekannten Form festzuhalten: Profile und Gesichter und wolkenartige Gebilde scheinen auf und verschwinden wieder. „Max Ernst ist bekannt für seine Frottagen und Grattagen“, sagt Silke Thomas, „diesen eleganten Effekt der Oberfläche erzielt der Künstler jedoch durch die Technik der Decalcomanie, einem Abklatschverfahren, bei dem die aufgetragene Farbe so manipuliert wird, dass auf kontingente Weise Schlieren, Bläschen und Windungen auf der Oberfläche entstehen, die für Ernsts Gemälde dieser Zeit charakteristisch sind.“ Insofern sind sie paradigmatisch für den Surrealismus, da sie den Betrachter verführen, Figuren und Formen zu erkennen, die niemals willentlich dargestellt sind.

 Kunstwerke von Calder, Nolde und Schlemmer

Die Galerie Thomas freut sich, auf der Art Basel Miami Beach weitere Meisterwerke zu präsentieren: „Herbstmeer XII“ von Emil Nolde (1912), Mobile von Alexander Calder, "Zwei Köpfe und zwei Akte, Silberfries IV" (1931) von Oskar Schlemmer und anderen.

Jim Dine - New Painting and Sculpture

15. September - 27. Oktober 2018

Mitten ins Herz
Jim Dine kommt zur Ausstellungseröffnung in die Galerie Thomas Modern

München. Jim Dine, einer der großen Vertreter der amerikanischen Malerei seit den sechziger Jahren kommt zur Saisoneröffnung in die Galerie Thomas Modern. „Jim hat für uns 15 teils sehr großformatige Gemälde und vier Skulpturen geschaffen“, sagt Raimund Thomas, der den 83-jährigen Künstler in seinem Atelier in Paris besucht hat. „Es sind pastos aufgetragene Herzen, ein Motiv, das Dine seit vielen Jahren beschäftigt – und das sehr beliebt ist“

Enge Verbindung zu Deutschland

„I started to use paint in a way as tough paint was an object itself”, sagt Jim Dine über seinen Zugang zur Malerei. Dine schließt sich in den 1960er Jahren nach dem Studium der Künstlergruppe um Rauschenberg, Oldenburg und Lichtenstein an und zählt heute zu den wichtigsten Vertretern der Pop Art. „Obwohl Jim selbst diese Kategorisierung stets ablehnt“, so Thomas. Nach den wilden Jahren in New York zieht er für einige Jahre nach London, wo er sich mit Druckgraphik, Typographie und Zeichnung beschäftigt. Anfang der 1970er Jahre kommt die Bildhauerei hinzu, 1984 beginnt eine für Jim Dine wegweisende Auseinandersetzung mit den klassischen Skulpturen in der Münchner Glyptothek. Jim Dines Beziehungen zu Deutschland gehen aber noch weiter: Der Künstler hat dem Essener Folkwang-Museum vor drei Jahren 230 graphische Blätter – Radierungen, Lithographien und Holzschnitte – aus den vergangenen 50 Jahren geschenkt. Außerdem arbeitet er regelmäßig in seinem Atelier für Druckgraphik in Göttingen. In Frankreich hat das Pariser Centre Pompidou Jim Dine vergangenes Jahr eine Einzelausstellung gewidmet.

 

Peter Blake - Kabinettausstellung

21. Juni - 1. September 2018

Der Bildkünstler der Popmusik
Galerie Thomas Modern bringt Peter Blakes Pop Art nach München

Er hat das berühmte Plattencover des Albums Sergeant Pepper’s Lonely Hearts Club Band von den Beatles gemacht und auch mit anderen Weltstars wie Eric Clapton oder Oasis zusammengearbeitet. Neben Künstlern wie Richard Hamilton, David Hockney oder Allen Jones ist Peter Blake (geb. 1932) einer der bedeutenden Vertreter der britischen Pop Art. „Er ging über das typische Bildreservoir der Pop Art, den Dingen des Alltags und der Werbung, hinaus“, sagt Silke Thomas. „Blake wollte eine Kunst schaffen, die das visuelle Äquivalent der Popmusik war.“ Der Künstler selbst sagt von sich sogar, „I invented pop art, if one is being arrogant“.

Seine Werke wurden in zahllosen Ausstellungen gezeigt und befinden sich in vielen bedeutenden Museen und Sammlungen weltweit. Von Anfang an ist Peter Blake dabei nicht nur als Maler, sondern auch als ein Meister der Collage hervorgetreten: „Seine anspielungsreichen, assoziativen und überbordenden Bildwelten sind in Gemälden, Collagen und Materialbildern der vergangenen 30 Jahre in der Kabinett-Ausstellung Galerie Thomas Modern vertreten“, so Silke Thomas.

 

Fernando Botero

8. September - 4. November 2017

Eröffnung am 8. September, um 19 Uhr, im Rahmen der OPEN art

Ohne Zweifel gehört Fernando Botero heute zu den weltweit bekanntesten lebenden Künstlern, und seine Werke sind durch den berühmten Stil, den er seit den späten 1960er Jahren entwickelt hat, unverwechselbar.

Die voluminösen Übersteigerungen der menschlichen Figur, aber auch von Tieren und Gegenständen in seinen Gemälden, Zeichnungen und bisweilen monumentalen Skulpturen haben aber nicht nur einen hohen Wiedererkennungswert, sondern sind das Ergebnis der intensiven Auseinandersetzung Boteros mit der Kunstgeschichte des Abendlandes, dem Kanon der Kunst und dem kulturellen Erbe seiner südamerikanischen Heimat. So verbinden sich Paraphrasen auf die großen Meister und die Formensprache des Barock, aber auch der Rückgriff auf die Stilsprachen etwa Pablo Picassos mit Reminiszenzen an die typischen Formen der präkolumbianischen Kunst zu einem ebenso humorvollen wie ironischen Kommentar auf die Entwicklung der Kunst, der Möglichkeit, Wirklichkeit abzubilden und die ästhetische Grundfrage der Kunst schlechthin: Was ist Schönheit?

Fernando Botero wurde in der Galerie Thomas schon vielfach ausgestellt, und die Galerie begleitet das Werk des Künstlers seit Jahrzehnten. Ein Höhepunkt dieser Zusammenarbeit war sicherlich die Präsentation zahlreicher monumentaler Skulpturen des Künstlers auf der Berliner Museumsinsel im Jahr 2007. Zuletzt zeigte die Galerie Thomas Anfang diesen Jahres eine Ausstellung mit Fernando Botero und Pablo Picasso auf der Art Basel in Hongkong.

Aus Anlass des 85. Geburtstages, den Fernando Botero 2017 feiern konnte, veranstaltet die Galerie Thomas auch in München zur OPEN art eine Ausstellung mit Werken des kolumbianischen Meisters. Zu sehen sind Gemälde, Arbeiten auf Papier und Skulpturen aus drei Jahrzehnten, die einen eindrucksvollen Überblick über das einzigartige künstlerische Schaffen Fernando Boteros gewähren.

ADOLF LUTHER

19. Mai - 29. Juli 2017

"Die ganze Paradoxie des Lichtes besteht darin, daß es die ganze Sichtbarkeit enthält, selbst aber unsichtbar ist." (Adolf Luther)

Licht als Material und die Überwindung der herkömmlichen Darstellungsformen der Kunst kennzeichnen das Werk von Adolf Luther, einem der bedeutendsten Exponenten der Op Art, der Lichtkunst und der konzeptuellen Kunst in Deutschland. Seine unverwechselbaren Spiegelobjekte, Skulpturen und Lichtinstallationen haben in der Folge von ZERO den Kunstbegriff in den späten sechziger und frühen siebziger Jahren nicht nur erweitert, sondern grundsätzlich neu gefaßt. Bis heute üben die ebenso strengen wie poetischen Werke Adolf Luthers eine besondere Faszination aus, nicht zuletzt deshalb, weil der Künstler über die Beschäftigung mit dem Licht einen neuen Begriff der Wirklichkeit formulieren und einen Blick über die sinnlich wahrnehmbare Welt hinaus eröffnen wollte.

Die Galerie Thomas Modern zeigt in ihrer Ausstellung neben zahlreichen Licht- und Spiegelobjekten auch einen der frühesten, damals bahnbrechenden Laser-Räume Luthers.

Zum Künstler
Adolf Luther wurde 1912 in Uerdingen geboren und studierte zunächst Rechtswissenschaften in Bonn. Schon während seiner Tätigkeit als Jurist und Richter arbeitete er künstlerisch und setzte sich vorwiegend mit der Malerei auseinander. Seit 1958 konzentrierte er sich auf Licht und Bewegung als Material und gab seinen bürgerlichen Beruf auf, um sich ganz auf die Kunst zu konzentrieren. Adolf Luther wurde zu einem der Hauptvertreter der Lichtkunst, Op Art und konzeptuellen Kunst in Deutschland. Zahlreiche Ausstellungen, bedeutende Aufträge für Kunst im öffentlichen Raum und die Aufnahme in bedeutende Museumssammlungen belegen seine Bedeutung für die Kunstentwicklung seiner Zeit und bis heute. Luther starb 1990 in Krefeld.

SIMON SCHUBERT - Wo auch immer ist jetzt

11. November 2016 - 21. Januar 2017

In seiner jüngsten Ausstellung in der Galerie Thomas Modern zeigt Simon Schubert neue Arbeiten auf Papier, Faltungen und Graphitzeichnungen, sowie Skulpturen und Objekte. Räume und Innenansichten, Perspektiven und Durchblicke spielen wiederum eine herausragende Rolle - jedoch nicht nur im wörtlichen und sichtbaren Sinne, sondern auch auf eine metaphorische Weise.

Die gefalteten Papierarbeiten von Simon Schubert zeigen Innenräume und Raumfluchten, sie entstehen im Auge des Betrachters durch das Licht und den Schattenwurf der Oberfläche. Zudem spielen sie immer mit dem Motiv des im Bild selbst dargestellten Lichteinfalls. Dadurch haben sie einen ambivalenten, vergänglichen Charakter, wechseln zwischen dem Gefühl des Aufscheinens und des Verblassens. Auch ein Gefühl der Anwesenheit von Personen stellt sich ein, trotz der fast immer gänzlich menschenleeren Räume. Darin liegt zudem ein Zeitablauf, der auch in den Graphitarbeiten eine wesentliche Rolle spielt.

Hier bleibt der dargestellte Raum im wesentlichen unsichtbar, eingehüllt in die Schwärze des Graphits der Zeichnung, aber das so empfundene Dunkel wird durch den zum Teil gleißenden Lichteinfall durchbrochen. Die Motive - Räume, Fenster, Türen, Treppenhäuser - intonieren wie die Faltungen das Thema des Hineinziehens in den Raum, das Durchschreiten des Raumes und damit auch das Durchlaufen der Zeit. Die Kerze als Motiv macht dies als allgemeingültiges Symbol der Vergänglichkeit, der Zeit, aber auch der Hoffnung zusätzlich sinnfällig.

Alle Werke Schuberts - insbesondere auch die skulpturalen Arbeiten und das große Selbstporträt - drehen sich somit auch um das Thema der Introspektion und heben den physischen, räumlichen Aspekt auf eine psychologische Ebene. Die nicht weiter verorteten Räume haben eine labyrinthische Konnotation, sie sind zugleich Metaphern für Innenwelten.

Diese ins Unendliche sich richtenden, oftmals barocken Räume verweisen auf Schuberts Beschäftigung mit strukturalistischen Theorien, und so nimmt es nicht wunder, daß eines der Hauptwerke des Strukturalismus von Gilles Deleuze, das sich mit barocken Räumen und Formen beschäftigt, "Die Falte" betitelt ist.

Aber auch das Element der Zeit beruht - neben der räumlichen Unendlichkeit - auf den vielfältigen literarischen Bezügen der Arbeit von Simon Schubert, die sich auch im Titel der Ausstellung wiederfinden. Die eigentlich unzulässige Verknüpfung von Zeit- und Ortsangabe in "Wo auch immer ist jetzt" ist ein abgewandeltes Zitat aus einem der berühmtesten Kinderbücher der Literaturgeschichte, "Peter Pan". Dessen von der Zeit abgekoppelte Existenz im utopischen Raum von "Nimmerland", wo die Zeit angehalten und Kinder nicht erwachsen werden, ist eine Metapher der innerlichen psychischen Welt, ganz so wie Simon Schuberts formal virtuose Bildraumschöpfungen.

PETER HALLEY - SAW

9. September 2016 - 5. November 2016

Die Galerie Thomas Modern zeigt zur Saisoneröffnung mit der OPEN art 2016 neueste Werke von Peter Halley. Die vier großformatigen Gemälde "SAW" I - IV nennt Peter Halley "grid paintings", also "Rasterbilder", mit welchen er seit 2014 eine neue formale Komponente in sein Schaffen einführt.

Halley erforscht in seinem Werk geometrische Muster, Farben und Oberflächenstrukturen sowie deren Organisation und stellt so eine Untersuchung der Strukturen moderner technologischer Ordnungen von Kommunikationssystemen, Architekturen, Versorgungsinfrastrukturen und dergleichen an. Die Vorherrschaft digital bestimmter Layouts in Rahmen und Schichten ist in allen seinen Arbeiten sichtbar.

In seinen neuesten Werken legt Halley den Schwerpunkt auf rechteckige Farbfelder ohne Umrißlinien, wie sie in seinen sogenannten "cells" (Zellen), "prisons" (Gefängnissen) und "conduits" (Leitungen) früherer Werke vorkommen. In diesen neuen Bildern stellen sich Assoziationen von großformatigen Bilderpixeln ein und verweisen auf Halleys Befragung der Organisation und Konstruktion von Raum, Kommunikation und ihrer Regulierung, aber auch auf unsere immer stärker abstrahierte Wahrnehmung der Wirklichkeit über digitale Bildoberflächen von LED-Bildschirmen, Computerscreens und den allgegenwärtigen Touchscreens von Mobiltelefonen, Tabletcomputern oder Navigationssystemen.

Peter Halleys "grid paintings" scheinen einen widersprüchlichen Kommentar auf die Konkurrenz zwischen digitalem und analogem Bild abzugeben und verweisen damit auch auf eine zeitliche Struktur, soweit das völlig ephemere, vergängliche digitale Bild betroffen ist. Es bleibt unklar, ob die Gemälde sich wie in der extremen Vergrößerung einer digitalen Darstellung auf ein Detail im Zeitablauf oder der Farbkombination beziehen oder ob es sich um eine zufällige Auswahl handelt, die dem Betrachter eine bestimmte Sichtweise aufzwingt. Zugleich sind die scheinbaren, extrem vergrößerten "Pixel" zu realen, ganz analogen, materiell erfahrbaren Farbflächen geworden.

Wie um diesen Kontrast zu verstärken, verleiht Peter Halley den Farbflächen eine reliefhafte, haptische Oberfläche und widerspricht damit noch stärker dem Charakter der eigentlich körperlosen, nur aufscheinenden digitalen Pixel, die nur in tausendfacher Kombination eine Farbe, ein Bild, eine Darstellung - also eine komplexere Information - geben können. Auch wenn die strengen Regeln der Komposition klar ersichtlich sind, zeigt Peter Halley auf diese Weise, wie die Hierarchie der Information die Regeln der Wahrnehmung beeinflusst.

In diesen denkbar minimalen, aber großformatigen Rastern bleiben die klar abgegrenzten Farbflächen ohne Informationsgehalt oder symbolische Bedeutung. Die Farbkontraste sind zunächst die einzige Information, während die Komposition kontingent wirkt und das zugrundeliegende Ordnungsmuster oder Anordnungsschema nicht deduzierbar ist. Dennoch stellt sich die Frage, ob die Abfolge und das Größenverhältnis der Flächen zueinander nicht doch einen Code beinhalten. Halley thematisiert hier die Bedeutung und Rolle der Geometrie: ist sie ein der Welt zugrundeliegendes Muster, eine Enthüllung der geheimsten Ordnungssysteme, oder aber ein vom Menschen erdachtes, dem organischen
oppositionelles, starres Erklärungsschema?

Der Kontrast zwischen der Kälte der Mathematik, der Geometrie und der Wärme der Farbe, der sinnlichen Wahrnehmung führt ins Zentrum von Halleys künstlerischer Kritik an den Beschränkungen der systematischen Vermessung und Einteilung der Welt. Er verhandelt damit zugleich eine der ältesten ästhetischen Theorien, nach der das Schönheitsempfinden von Proportionen gesteuert wird. In der Geschichte der Kunst gab es intensive und vielfältige Versuche, den mathematischen Regeln der Schönheit auf den Grund zu kommen - man muss nur an Leonardos vitruvianischen Menschen und die
Bedeutung des goldenen Schnitts erinnern.

Halley geht also in diesen neuen Arbeiten einen Schritt weiter vom architektonischen Prinzip, das in seinen "prison paintings" vorherrscht, zur reinen geometrischen, abstrakten Komposition, die er auf spektakuläre Weise und im Widerspruch zu allen früheren künstlerischen Strömungen der geometrischen Abstraktion, des abstrakten Expressionismus, der Pop Art oder der Minimal Art, von der Ungegenständlichkeit löst und sie unmittelbar mit der Wirklichkeit der Lebenswelt verbindet.

Zum Künstler

Peter Halley erlangte erste Bekanntheit Mitte der 1980er Jahre mit seinen diagrammartigen Darstellungen seiner geometrisch verfremdeten cells und prisons in starken, fluoreszierenden Farben.
Seit den 1990er Jahren schuf Halley ortspezifische Installationen, in welchen er seine Bilder in große, die Wände überziehende Digitaldrucke integrierte.

Von 1996 bis 2005 gab Halley das index magazine heraus, das Interviews mit unzähligen Künstlerpersönlichkeiten in den Mittelpunkt stellte. Für seine Kunstkritiken erhielt er 2001 den Frank Jewett Mather Award der renommierten College Art Association.
Von 2002 bis 2011 war er Director of Graduate Studies für Malerei und Graphik in Yale. Jüngste Ausstellungen mit Werken von Peter Halley waren die Eröffnungsausstellung "America is Hard to See" im Whitney Museum of American Art, eine Einzelausstellung im Santa Barbara Museum of Art und, aktuell, seine große Installation in der Rotunde der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main.

Die Galerie Thomas Modern vertritt Peter Halley in Deutschland exklusiv und hat sein Werk in mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert, zuletzt mit einer großen Wandinstallation auf der Art Basel Unlimited 2016.

Joseph Beuys at Museu de Arte Contemporanea de Niteroi in Rio de Janeiro, Brazil

2. September - 1. Dezember, 2013

In cooperation with the Brazilian Instituto Plano Cultural, Galerie Thomas Modern presents JOSEPH BEUYS Res-pública: convocation for a global alternative at the Museu de Arte Contemporânea de Niterói in Rio de Janeiro, Brazil.

Galerie Thomas Modern proudly presents an extensive Joseph Beuys exhibition at the Museu de Arte Contemporânea de Niterói in Rio de Janeiro, Brazil, containing over 100 works collected out of all his creative stages. Up to this moment the complete sumptuous collection, by the 1986 deceased German artist, has a force of attraction to which one cannot elude oneself.

The exposition, which at first will be displayed in the Museu de Arte Contemporânea de Niterói in Rio de Janeiro, has been conceived through cooperation between the Instituto Plano Cultural and Galerie Thomas Modern. Sequenced the exhibition will be exposed in the capital Brasilia, the Argentinian capital Buenos Aires, and last but not least back to Brazil, Recife.
Joseph Beuys (born 1921) is classified to be one of the most inspiring and influential protagonists of the 20th century art world. At the same time visionary and mentor, his work pulls us human into fascination. Beuys multifarious production includes traditional forms, such as: plastics, painting and drawing, as well as multiple big installations and public performances. His works, however, are not only of big importance in the artistic manner, but also of great social significance. He preached an extension in the definition of art, which had the ability to change the whole society.

With his ‘social plastic’ he lifted every person into the position of being an artist and by that referred to his creative and artistic energy, which gave him the possibility to change and form the society independently. Consequently Beuys has developed a political engagement which made him argue for direct democracy and participation of the individual.

The exhibition is exploring five different entry points that consistently appear in his works: Human Being and Humanity . Direct Democracy - politics . Carrier of thoughts, ideas and knowledge . difesa della natura / Environment and Healing . Social sculpture, energy and transformation.

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