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Der Gott der kleinen Dinge

Galerie Thomas zeigt Günter Haese, den Meister filigraner Metallobjekte
Es ist ein kleines Wunder, dass Günter Haeses Objekte der Schwerkraft widerstehen können. Der Kieler Künstler hat in seinem Werk die Fragilität bis an die Grenzen der Stabilität ausgelotet. Dabei ging es ihm aber nicht allein um die Bewegung seiner Raumgraphiken, wie er seine Objekte nannte, sondern um die Auflösung einer Ordnung, die dann von selbst wieder zu sich zurück findet. Ohne dass das Objekt kippt. Die Galerie Thomas zeigt bis Ende März 25 Werke des vor zwei Jahren verstorbenen Künstlers und sie vertritt ab nun auch seinen Nachlass.

Initialzündung war ein geschenkter Wecker
Günter Haese, der am 18. Februar 1924 geboren wurde, studiert nach dem Krieg als Meisterschüler von Ewald Mataré unter anderem mit Joseph Beuys an der Kunstakademie Düsseldorf. Der gelernte Dekorationsmaler gelangt erst nach mehreren Jahren zu seinem einmaligen Werk. Auslöser ist ein geschenkter Wecker, den Haese in seine Bestandteile zerlegt. Er beginnt die kleinen Stahlgeflechte, Sicheln, Federn und Kügelchen mit einem Kupferlötkolben mühselig aneinander zu löten und übereinander zu türmen. Dabei ist Günter Haese nie ein eilig Schaffender, sondern ein introvertierter, sich behutsam seinen Werken annähernder Meister.

Der Erfolg kommt über Nacht: Seine erste Einzelausstellung hat Günter Haese im Ulmer Museum, die zweite ist dann schon im MoMA in New York. Denn der damalige Kurator hat Haeses Werke in Ulm gesehen und sich umgehend bei ihm gemeldet. Haeses Werke wurden in allen bedeutenden Museen weltweit ausgestellt und sind heute in namhaften Sammlungen zu finden.

#günterhaeseatgaleriethomas

Günter Haese: Bewegter Raum – Objekte von 1962 bis 2006
19. Januar bis 30. März 2019

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