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"Les Peupliers" von Max Ernst, 1939

Formschön verwirrend mit kräuselndem Farbauftrag

Galerie Thomas präsentiert Max Ernsts „Les Peupliers“ neben anderen Meisterwerken auf der Art Basel Miami Beach, 6. - 9. Dezember 2018, Stand C6

Miami/München, 28. November 2018

Das Gemälde „Les Peupliers“ entstand in Max Ernsts Liebesnest in Südfrankreich. Es war der letzte friedliche Sommer vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, der letzte und einzige Sommer in trauter und verrückter Zweisamkeit mit seiner Geliebten Leonora Carrington. Die Galerie Thomas freut sich, diese surrealistische Arbeit aus einer für Max Ernst so wichtigen Schaffens- und Lebensphase auf der Art Basel Miami Beach präsentieren zu können.

Max Ernst, der große deutsche Künstler und bedeutende Vertreter des Surrealismus, flieht aus Paris vor seiner streitsüchtigen zweiten Ehefrau und vor den Auseinandersetzungen mit dem politisch dem Stalinismus sich annähernden André Breton mit Leonora Carrington in das kleine Dorf Saint-Martin d’Ardèche. „Sie kaufen sich dort ein Bauernhaus, verwandeln es mit Skulpturen und Malereien in ein Gesamtkunstwerk und bringen die Dorfbewohner mit FKK-Eskapaden gegen sich auf“, sagt Silke Thomas. In Saint-Martin schafft Max Ernst „Les Peupliers“, ein Werk, das sich in eine Gruppe von Gemälden einreiht, die mittels der Decalcomanie entstandene stelenartige Gebilde zeigen.

Nur ein Eindruck von zwei Pappeln
Beim Betrachten des Werks „Les Peupliers“ (Die Pappeln) wird die eigene Wahrnehmung von zwei Bäumen in einer kargen Landschaft durch die skurrilen, seltsamen und verwirrenden Formen, in denen sich die Farbe windet, kräuselt und zu Zeichen und Symbolen formt, schnell verunsichert und aufgelöst. Nirgendwo gelingt es dem Auge, sich an einer bekannten Form festzuhalten: Profile und Gesichter und wolkenartige Gebilde scheinen auf und verschwinden wieder. „Max Ernst ist bekannt für seine Frottagen und Grattagen“, so Silke Thomas, „diesen eleganten Effekt der Oberfläche erzielt der Künstler jedoch durch die Technik der Decalcomanie, einem Abklatschverfahren, bei dem die aufgetragene Farbe so manipuliert wird, dass auf kontingente Weise Schlieren, Bläschen und Windungen auf der Oberfläche entstehen, die für Ernsts Gemälde dieser Zeit charakteristisch sind.“ Insofern sind sie paradigmatisch für den Surrealismus, da sie den Betrachter verführen, Figuren und Formen zu erkennen, die niemals willentlich dargestellt sind.

Die letzten Wochen vor der Flucht in die USA
Nur wenige Wochen später in diesem dramatischen Sommer des Jahres 1939 wurde Max Ernst in dem berüchtigten Lager Les Milles interniert. Zweimal konnte er aus der Haft entkommen, schließlich floh er mit der Hilfe von niemand Geringerem als Peggy Guggenheim in die USA. Es kam nur noch zu einem kurzen Zusammentreffen mit Leonora in Lissabon, die Pläne zur gemeinsamen Flucht zerschlugen sich.  Der Name von Max Ernsts dritter Ehefrau wird Peggy Guggenheim lauten.

Die Galerie Thomas freut sich, auf der Art Basel Miami Beach weitere Meisterwerke zu präsentieren unter anderen „Herbstmeer XII“ von Emil Nolde (1912), Mobile von Alexander Calder sowie "Zwei Köpfe und zwei Akte, Silberfries IV" (1931) von Oskar Schlemmer.

(c) VG-Bild-Kunst, Bonn 2018

(C) Galerie Thomas 2018


 

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