Zurück

Weitere Ansichten

George Segal

Morandi's Still Life

Gips, Acryl, Holz
1983
41 x 61 x 37 cm

George Segal begann in den 1970er Jahren, sich in seinen Werken auf Arbeiten anderer moderner Künstler zu beziehen. Zuvor war sein Werk von in Gips abgegossenen Figuren geprägt, deren entpersönlichte Allgemeingültigkeit auf Farbe verzichtete. Das zunehmende Interesse an Raum und Licht führte ihn zur Integration der Farbe. Sein Augenmerk fiel auf Künstler, die sich mit der körperlichen Präsenz von Dingen im Raum und ihrer nicht durch Bedeutungen beeinflußten Komposition beschäftigt haben. Dies trifft besonders auf die Malerei von Giorgio Morandi zu, der in seinen Stilleben seltsam farblose und meditativ wirkende Kompositionen von Gefäßen schuf. Die für Morandi typische Entziehung der Farben hat ihre Entsprechung in den abstrakt weißen Figuren Segals. Segal arrangierte die Gefäße wie auf einem Gemälde Morandis von 1957, obwohl er sicherlich den "Archetyp" des Morandi-Stillebens evozieren wollte. Er hat die Gegenstände jedoch nicht abgegossen oder abgeformt, sondern mit Gips übergossen und weiß belassen. Die Gefäße stehen in einem durch einen Winkel angedeuteten Raum, der farbig in Blau- und Grüntönen gefaßt ist - als wäre die Farbe den Objekten tatsächlich entzogen worden. Die Bezeichnung "Still Life" oder Stilleben verweist bereits auf die Präsenz des Lebendigen, des Geistigen in den dargestellten, eigentlich toten ("nature morte") Gegenständen - eine spirituelle Qualität, deren meditativer Aspekt in Morandis Malerei hervorgehoben wird. Hier liegt das Interesse Segals an Morandis hermetischen Bildern, die er ins Dreidimensionale rückübersetzt - als hätte er die Originalobjekte aus Morandis Atelier verwendet, um ihren Geist in der Skulptur zu bannen.

Preis auf Anfrage

Auf Wunsch der EU ein kurzer Hinweis: Diese Webseite verwendet Cookies, um den Nutzern bestimmte Dienste bereitzustellen.
Es werden keine der so gesammelten Daten genutzt, um Sie zu identifizieren oder zu kontaktieren.