Zurück

Emil Nolde

Herbstmeer XII (Blaues Wasser, Orang. Wolken)

Öl auf Jute
1910
74,2 x 89,6 cm
signiert unten rechts

Das Meer war für Nolde von jeher faszinierend und spielt in seiner Kunst von Beginn an eine wichtige Rolle. Die unendliche Weite der See, in ihrer Naturhaftigkeit vom Menschen ungezähmt geblieben, verkörpert mehr als jede andere Landschaft die Ursprünglichkeit und Unberechenbarkeit der Schöpfung. Den Sommer 1910 verbringt Nolde in Ruttebüll an der Westküste und beginnt bald darauf seine Gemälde-Serie der „Herbstmeere“ , die er mit römischen Ziffern versieht und von denen bis November 1910 vierzehn Stück entstehen, sechs weitere malt er im Jahr darauf. Er verschreibt sich ganz den dargebotenen Farben des Himmels und des Meeres, die er, in einem Bretterverschlag am Strand sitzend, auf die Leinwand überträgt. Die Farbe ist das bestimmende Element, das Sujet tritt in den Hintergrund, bis an die Schwelle der Ungegenständlichkeit; Farbauftrag und Duktus variieren von pastos und bewegt bis lasierend. Im Gemälde „Herbstmeer XII“ treffen Meer und Himmel in scharfem Kontrast aufeinander: Im Vordergrund das dunkelblaue, wellenbewegte Meer, zum Horizont verdunkelt sich die Meeresfarbe und trifft auf den dunkelgelb und grünlich leuchtenden Abendhimmel, der von orange-rot angestrahlten Wolken und gelb-grünen Lichtschlieren dominiert wird. Die Stimmung des Bildes ist kraftvoll-bewegt, aber nicht bedrohlich, ein Gewitter mag vorangegangen sein, das nun im Abklingen ist und von der ausbrechenden Sonne, die bereits kurz vorm Untergang steht, vertrieben worden ist.

Preis auf Anfrage

Auf Wunsch der EU ein kurzer Hinweis: Diese Webseite verwendet Cookies, um den Nutzern bestimmte Dienste bereitzustellen.
Es werden keine der so gesammelten Daten genutzt, um Sie zu identifizieren oder zu kontaktieren.