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Max Liebermann

Der Nutzgarten in Wannsee nach Nordosten

Öl auf Leinwand
1917
73,5 x 92 cm
signiert und datiert unten rechts

Als sich Liebermann 1909 ein Landhaus am Wannsee bauen ließ, spielte die Anlage des Gartens eine herausragende Rolle. In den kommenden 25 Jahren bis zu seinem Tod sollten hier allein ca. 200 Gemälde, die überwiegend den Garten zeigen, entstehen. Hier gewährt Liebermann einen Blick aus dem Nutzgarten auf die Vorderfront des Wohnhauses. Das Gebäude dient nur als rückwärtiger Abschluß, die Hauptrolle spielt die Farbkomposition der Blumen, Blüten, Stauden und Bäume. Dass es ein Nutzgarten ist, läßt sich nur an der rechten unteren Bildecke erkennen, in der ein Kohlfeld oder ein Salatbeet dargestellt ist. Das Gemälde entstand im vorletzten Kriegsjahr und zum Zweck der Selbstversorgung wurden große Teile des Rasens in Kohlfelder umgewandelt. Das Gemälde ist ein besonders schönes und großformatiges Beispiel für Liebermanns perspektivische Bildanlage. Hier komponiert er durch den Gartenweg eine dominierende Diagonale, der die fast gestisch gemalten Blumenbeete folgen und die durch die Hauswand und die Lindenreihe begrenzt wird. Der Standpunkt des Betrachters erscheint leicht erhöht, so daß sich durch die von oben abgewinkelte Draufsicht eine Verfremdung und „Beschleunigung“ ergibt. Liebermanns Gemälde seines Nutzgartens in Wannsee ist nicht nur ein wunderschönes sommerliches und farbenfrohes Gartenbild voller Licht und Leichtigkeit. Es ist vor allem eine brillante malerische Umsetzung seiner Idee von Kunst.

Preis auf Anfrage

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