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Max Beckmann

Spaziergang (der Traum)

Tusche auf Bütten
1946
32 x 27 cm
signiert, datiert und bezeichnet 'A' unten rechts

Max Beckmanns Spaziergang ist eine allegorische Darstellung, die viele Ebenen anspricht und eng mit der Lebenssituation des Künstlers verbunden ist. Beckmann hat die Tuschpinselzeichnung Anfang 1946 (sie ist auf den 7. Februar datiert) in Amsterdam angefertigt. In seinen Tagebucheinträgen aus dieser Zeit wird deutlich, wie sehr er durch Krieg und Exil gezeichnet ist, wie er an Krankheit und schwächer werdender Kraft leidet, andererseits, trotz aller Depressionen, sich an die Hoffnung klammert, durch seine geplante aber noch unsichere Auswanderung in die USA, Frieden und neue Kraft zu finden. Die dunkle, schlafwandlerisch wirkende Figur wagt den Sprung noch nicht und ist kurz davor, in den Abgrund zwischen den geteilten Brückenhälften, zwischen den getrennten Kontinenten, zu stürzen. Es ist der Künstler selber, der den Schritt in den Sehnsuchtsort Amerika als Wagnis und als möglichen Absturz sieht. Die Brücke schien noch zerstört, der Weg unterbrochen und die Reise zum Scheitern verurteilt. Eine vielschichtige, autobiographische Allegorie also, in der Beckmann mit den Motiven des Traums und des Stürzens immer wiederkehrende Grundelemente seiner Bildsprache verwendet hat, so auch das Meer als das große, auch erschreckende, weibliche Element.

Preis auf Anfrage

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