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Peter Halley. Patterns and Figures, Gouaches 1977/78

23. Februar 2018 - 9. Juni 2018

In den Jahren 1977 und 1978 hielt sich Peter Halley in New Orleans auf und schuf eine umfangreiche Gruppe von Gouachen, die nun in der Galerie Thomas Modern in einer konzentrierten Auswahl zum ersten Mal in Europa gezeigt wird.

In diesen frühen Arbeiten verarbeitet Peter Halley geometrische Formen und abstrakte Zeichen in kräftigen, strahlenden Farben, die seine Beschäftigung mit außereuropäischen Kulturen und deren Symbolen zeigen. Halley selbst beschreibt diese Papierarbeiten rückblickend mit den Worten:

„In den Arbeiten aus dieser Zeit ging es darum, Geometrie in Bilder zu verwandeln, aber anders als in meinem aktuellen Werk stammten die Bilder aus der Ethnologie und beruhten auf symbolischen Darstellungen der Rhythmen der Natur als verborgener Wahrheit der Welt. Zu dieser Zeit hatten sie eine symbolische Bedeutung für mich.“

Zugleich wird der Einfluß von Matisse und dem Bauhaus, der klassischen Moderne und dem abstrakten Expressionismus deutlich sichtbar. In Halleys beginnender Auseinandersetzung mit der geometrischen Abstraktion, die in diesen Arbeiten bereits latent spürbar ist, liegt der Keim für die Ausformulierung seiner charakteristischen Formensprache und Farbanalyse, die sein malerisches Werk seit den frühen achtziger Jahren prägt und unverwechselbar macht. Schon in den späten 1970er Jahren zeigt sich in diesen Papierarbeiten, daß die geometrische Abstraktion bei Halley immer auch eine figürlich-motivische Seite hat, die ihn deutlich von der Tradition des abstrakten Expressionismus absetzt. Richard Speer umreißt diesen Zusammenhang in Halleys künstlerischer Entwicklung so:

“Angesichts ihrer Übereinstimmung mit und Verschiedenheit von seinen Gemälden nach 1981 ist es faszinierend, daß Halley vor und nach diesem zentralen Wendepunkt im wesentlichen dieselbe Strategie anwendet: indem er nämlich das Vokabular der geometrischen Abstraktion benutzt, um Formen zu schaffen, die tatsächlich gezielt referentiell sind.“

Schon in den frühen Gouachen kann Halleys intelligente Auseinandersetzung mit dem hohen Anspruch der abstrakten Kunst und seine spätere scharfe Kritik nachvollzogen werden. Peter Halley selbst formuliert dies so:

“Die Vorstellung einer Verbindung zwischen Geometrie und der natürlichen Ordnung – also die Idee, dass hinter der äußeren Erscheinung möglicherweise eine Art abstrakter Ordnung in der Natur existiert – wurde für mich unmöglich. Ich denke, dass es damals eine Wasserscheide gab, die im Werk vieler Künstler sichtbar wurde und nach der viele der Binsenweisheiten über interkulturelle Erfahrung, die Natur und viele andere Thesen, die mit Modernismus und der Moderne verbunden werden, plötzlich fragwürdig wurden.“

Daneben besitzen seine Gouachen aber auch eine Schönheit und Frische, die ihren Ursprung am Golf von Mexiko atmet – Richard Speer hat dies wunderbar treffend beschrieben:

“Die Gouache-Malereien mit ihren heiteren Schachbrettmustern und goldenen Sternenaufklebern schauen uns von jenseits dieser Trennlinie an wie aus einer anderen Welt. Ist es möglich, dass Quadrate, Rechtecke und das eine oder andere Dreieck so etwas wie Nostalgie hervorrufen? Wenn ja, dann beschwören die Gouachen den süßen, schweren Duft des Vieux Carré herauf: Magnolien, Bougainvillea, Oleander und der sanfte Hauch von Apfelblüten, der durch die Gärten schwebt.“

Auswahl der ausgestellten Werke

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