Pia Fries - oxiponton
24. Juni bis 23. Juli 2016

Anläßlich des diesjährigen Kunstwochenendes München präsentiert die Galerie Thomas Modern unter dem Titel oxiponton eine Ausstellung mit vielen neuen Werken von Pia Fries.

 

 

Pia Fries, 1955 in Beromünster (Schweiz) geboren, gehört zu den profiliertesten und stilistisch eigenständigsten Malerinnen ihrer Generation. Nach einem Studium der Bildhauerei in Luzern und der Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf, als Meisterschülerin von Gerhard Richter, übernahm sie Professuren an den Akademien in Karlsruhe und Berlin. Seit 2014 ist sie Professorin für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München.

Seit den 1990er Jahren entwickelt Pia Fries ihren unverwechselbaren malerischen Ansatz und zeigte ihre Werke auf zahlreichen internationalen Ausstellungen wie der Biennale von Venedig und in großen Einzelausstellungen in den Museen von Winterthur, St. Gallen, Bonn und Karlsruhe.

Für ihre zum Teil großformatigen Gemälde arbeitet Pia Fries mit Öl und Siebdruck auf Holz. In den stets ungegenständlichen, gestisch und expressiv anmutenden Arbeiten spielt die Materialität der Farbe und das Verhältnis von Bild und Grund die herausragende Rolle. Hinzu kommt das mindestens virtuelle Ausgreifen in den Raum, eine Ahnung von Fortführbarkeit der dichten, reliefhaften Farbschlieren über die Grenzen der Bildtafel hinaus, die sie in ihren Diptychen und mehrteiligen Bildern besonders betont und augenfällig macht. Dies wird auch darin deutlich, daß Pia Fries ihre Kompositionen aus mehreren Bildtafeln als Konstellationen bezeichnet. In diesem Begriff steckt eine zeitliche, ephemere Komponente, die den Aspekt des Zufälligen, Kontingenten spiegelt.

Der Farbauftrag selbst ist oftmals von starker Pastosität und einer Reliefhaftigkeit, die Pia Fries durch geradezu bildhauerische, plastische Behandlung der Farbe erreicht. Die spürbare Tendenz zur unendlichen Weiterbearbeitung, die ihre Bilder ausstrahlen, verweist auf das künstlerische Anliegen, sich mit der Wirkmächtigkeit und Bedeutung von Farbe jenseits irgendwelcher Bezugssysteme auseinanderzusetzen.

Die Titel ihrer Werke besitzen einen zumeist kryptischen Charakter, der dennoch einen Bedeutungsverdacht aufkommen läßt, ohne daß sich das Rätsel ihrer Aussage lösen läßt. Vielmehr suggerieren die Titel die Existenz eines mit den bekannten Kategorien nicht faßbaren Zusammenhangs, einer Strukturform jenseits der zugänglichen Verweissysteme und Ordnungs-schemata, die nur auf dem Weg über das Bild als Bild begreiflich gemacht werden kann.

Die Künstlerin hat in ihrem Werk auf konsequente Weise eine der komplexesten malerischen Positionen entwickelt, denn ihre Werke sind sowohl technisch-formal wie inhaltlich gleichermaßen ansprechend und anspruchsvoll. Die virtuose Beherrschung der ästhetischen Mittel entspricht dabei der Höhe ihres bildtheoretischen Ansatzes. Im Grunde erreicht Pia Fries eine neue, aktuelle Stufe in der modernen Geschichte der Suche nach dem autonomen Bild.


Detailaufnahmen:

vattiz
Öl und Siebdruck auf Holz
2013
65 x 80 cm
Preis auf Anfrage
 
zorten
Öl und Siebdruck auf Holz
2013
65 x 80 cm
Preis auf Anfrage
 
suret
Öl und Siebdruck auf Holz
2013
65 x 80 cm
Preis auf Anfrage
 
fractus
Öl und Siebdruck auf Holz
2016
170 x 220 cm
Preis auf Anfrage
 
incus
Öl und Siebdruck auf Holz
2016
105 x 77 cm
Preis auf Anfrage
 
arcus
Öl und Siebdruck auf Holz
2016
zweiteilig, je 105 x 77 cm
Preis auf Anfrage
 
clockwise
Öl und Siebdruck auf Holz
2002
zweiteilig, 260 x 405 cm
Preis auf Anfrage